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Der klinische Prüfbericht (Clinical Investigation Report – CIR)

Dieser Artikel beschreibt die Struktur, die Erstellung und die Kommunikation des klinischen Prüfberichts – einem essentiellen Nachweisdokument über die korrekte Abwicklung einer klinischen Prüfung.

Die Stärkung der klinischen Bewertung ist ein wesentliches Ziel der neuen EU-Verordnung für Medizinprodukte 1), welche nach Ablauf der Übergangsfrist spätestens am 26. Mai 2020 vollständig eingehalten werden muss. Der Nachweis des klinischen Leistungs- und Sicherheitsprofils muss hierbei typischerweise auf klinischen Daten basieren – hiervon sind nur sehr wenige Ausnahmen möglich. Die Tatsache, dass die Verwendung klinischer Daten von potentiellen Äquivalenzprodukten erschwert wird, hat bereits etliche Hersteller veranlasst, eigene klinische Prüfungen zu initiieren und Prozesse für die klinische Entwicklung ihrer Medizinprodukte zu definieren.

Ein Teil der Planung der klinischen Prüfung sollte hierbei auch die zu erstellenden Dokumente und deren Integration in die klinische Bewertung bzw. in die technische Dokumentation umfassen. Der klinische Prüfbericht bezeichnet hierbei ein zentrales Dokument, welches nach Beendigung der klinischen Prüfung erstellt werden muss. Dies betrifft sowohl die ordnungsgemäße als auch die vorgezogene Beendigung der klinischen Prüfung. Der Bericht stellt für Behördenvertreter, Ethikkommissionen, Gutachtern von benannten Stellen und zukünftig auch für die interessierte Öffentlichkeit eine wichtige Zusammenfassung der Merkmale und Ergebnisse der klinischen Prüfung dar.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass der klinische Prüfbericht keinesfalls gleichzusetzen ist mit dem Bericht der klinischen Bewertung des Medizinprodukts (Clinical Evaluation Report – CER). Letzerer ist übergeordnet zu betrachten und referenziert als mögliche Quellen von klinischen Daten auf diese klinischen Prüfberichte aber auch auf Literaturrecherchen. Erwähnenswert ist zusätzlich, dass der klinische Prüfbericht zwar grundsätzlich, aber nicht im Detail, mit dem Aufbau einer typischen klinischen Publikation vergleichbar ist.

2)

Bevor wir zu der geforderten Struktur des klinischen Prüfberichts übergehen, noch ein paar formale Aspekte. Der klinische Prüfbericht

  • muss in schriftlicher Form vorliegen,
  • darf ausschließlich anonymisierte klinische Daten enthalten, und
  • muss sinnvollerweise von den beteiligten Personen unterschrieben sein (Sponsor, Prüfleiter, …).

Glücklicherweise orientiert sich die MDR 3) stark an der Strukturvorgabe der entsprechenden harmonisierten Norm EN ISO 14155 4), wobei auszugsweise folgende Punkte darzustellen sind:

  1. Deckblatt (Bezeichnung des Prüfproduktes, Bezeichnung der klinischen Prüfung / des klinischen Prüfplans, Name des Sponsors…)
  2. Zusammenfassung (kurze Beschreibung der klinischen Prüfung – Studiendesign, Ergebnisse, Schlussfolgerungen…)
  3. Einleitung (Zusammenhang zu klinischer Entwicklung, Studienziele, Fragestellungen…)
  4. Prüfprodukt und Prüfverfahren
    1. Beschreibung des Prüfprodukts, Änderungen am Prüfprodukt im Rahmen der Prüfungsdurchführung…
    2. Klinischer Prüfplan (Studiendesign, Ein-und Ausschlusskriterien, Studienhypothesen und Studienendpunkte, statistische Analyse, Monitoring, Verblindung…)
  5. Ergebnisse
    1. Deskriptive Darstellung der Charakteristika der ProbandInnen (Alter, Geschlecht…)
    2. Protokollabweichungen
    3. Analysen (Leistungsmerkmale, unerwünschte Ereignisse inklusive Produktmängel…)
    4. Vorzeitiger Abbruch von Versuchspersonen (Screening-Failures, Rücktritt…)
  6. Diskussionen und Gesamt-Schlussfolgerungen
    1. Diskussion bezüglich der Leistungsmerkmale (Wirksamkeit, Sicherheit)
    2. Gegenüberstellung von Nutzen und Risiken
  7. Abkürzungen und Definitionen
  8. Ethische Gesichtspunkte (Verweis auf Ethikvotum …)
  9. Prüfer und Verwaltungsstruktur der Prüfung
  10. Unterschriftenblatt
  11. Anhänge zum Bericht (Monitoring, Ethikkommissionen, Prüfleiter und Insitutionen…)

Die Referenzierung des klinischen Prüfberichts im Bericht der klinischen Bewertung erfolgt sinnvollerweise im Schritt 1 der klinischen Bewertung 5), der Identifikation der klinischen Daten. Wie klinische Daten aus anderen Quellen müssen die klinischen Daten der durchgeführten klinischen Prüfung(en) in weiterer Folge kritisch bewertet und analysiert, sowie im Kontext der entsprechenden grundlegenden Anforderungen betrachtet werden. Aus der Perspektive eines Gutachters muss selbstverständlich die Stringenz hinsichtlich der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zwischen dem Bericht der klinischen Bewertung und des klinischen Prüfberichts gegeben sein. Zusätzlich erwartet werden typischerweise auch die komplementären Dokumente der klinischen Prüfung wie beispielsweise der klinische Prüfplan, Ethikvoten oder die Analyse der Übertragbarkeit bei internationalen Prüfungen. 6)

In Hinblick auf die Verordnung für Medizinprodukte und den klinischen Prüfbericht gilt es zusätzlich folgende Aspekte zu beachten 7):

  • Mitteilungsfrist: typischerweise 1 Jahr bei ordnungsgemäßer Beendigung, 3 Monate bei vorzeitiger Beendigung (Ausnahmen mit Fristverlängerung über 1 Jahr mussten vorab im CIP wissenschaftlich begründet worden sein).
  • Eine Zusammenfassung (Summary Report) in leicht verständlicher Sprache (orientiert sich am Anwender) muss verfasst werden (Leitlinien werden dazu noch von der Kommission definiert)
  • Der klinische Prüfbericht und die Zusammenfassung werden in ein elektronisches System übertragen und öffentlich zugänglich gemacht.

Der nächste Beitrag wird sich mit den Anforderungen an den Bericht über die Leistungsstudie im Kontext der EU-Verordnung über In-vitro-Diagnostika (IVDR) beschäftigen.

Die R`n`B Consulting GmbH sowie die Mag. Andreas Raffeiner GmbH haben es sich zu Aufgabe gemacht, Hersteller von Medizinprodukten bei der Gestaltung, Durchführung, Aufzeichnung und Dokumentation von klinischen Prüfungen zu unterstützen. Gerne stehen wir als Auftragsprüfinstitut (CRO) zur Verfügung (www.rnb-consulting.at oder office@rnb-consulting.at).

Außerdem freut es uns ein innovatives Kooperationsprojekt ankündigen zu dürfen - das Competence Center for Medical Devices (mehr dazu unter www.ccmd.at).

Danke an Fr. Brigitte Raffeiner und Hrn. Dr. Wolfgang Ecker für die Unterstützung bei der Erstellung dieses Beitrags.

2018/08/07 17:26 · Michael Ring · 0 Comments

Mit R'n'B Consulting zur MDR-Compliance!

Die notwendige Umsetzung der Anforderungen der Medizinprodukteverordnung (MDR) rückt unaufhaltsam näher. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes „5 vor 12“. Um bis Mai 2020 - Übergangsfrist von drei Jahren ab Inkrafttreten der MDR im Jahre 2017 - die Umstellung/Umsetzung von den Richtlinien auf die Verordnung zu meistern, möchten wir Sie tatkräftig unterstützen.

Unsere Vorgehensweise

Egal ob Sie bereits Medizinprodukte am Markt haben oder eine künftige Inverkehrbringung anstreben - gemeinsam mit uns erarbeiten Sie einen „MDR-Fahrplan“ der Sie mit Sicherheit ans Ziel bringen wird.

Von der IST-Stand-Analyse Ihrer aktuellen Compliance (MDD) bis hin zur MDR-Compliance

Wir haben Sie neugierig gemacht? Dann zögern Sie nicht länger und fragen Sie noch heute nach einem unverbindlichen, persönlichen Erstgespräch!

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2018/06/15 12:07 · Melanie Baumgartner · 0 Comments

Erhebung klinischer Daten - Klinische Prüfung von Medizinprodukten

R'n'B Consulting und Mag. Andreas Raffeiner GmbH bieten einen ganzheitlichen Lösungsansatz

Die Erhebung klinischer Daten ist für viele Hersteller von Medizinprodukten eine neuartige und große Herausforderung. Statistische Planungen und Analysen, das Verfassen von Studienprotokollen und die Durchführung von Einreichprozessen bei Ethikkommission und Behörden stellen hierbei nur einige Hürden dar.

Trigger für die Durchführung einer klinischen Prüfung kann beispielsweise ein systematisch identifizierter Mangel an klinischen Daten in Bezug auf spezielle Nebenwirkungen sein, welche nur schwierig für das eigene Produkt zu quantifizieren sind. So kann es beispielsweise bei speziellen orthopädischen Implantaten interessant sein, die Häufigkeit von Brüchen der Implantate über einen langen Zeitraum zu erheben. Bei periodisch stattfindender Auswertung besteht so zusätzlich auch die Möglichkeit einer Trendanalyse, welche eine wichtige und objektive Rückmeldung an das System der Marktüberwachung liefert.

Das erste Arbeitspaket in Hinblick auf die Durchführung klinischer Prüfung umfasst typischerweise die Definition der Eckdaten: die zu erhebenden medizinischen Parameter, die zugehörigen Zeitpunkte der Erhebung, das Studiendesign und die Anzahl der Studienzentren und geplanten ProbandInnen müssen wohl überlegt und begründbar sein. Normative Grundlage für die Durchführung von klinischen Prüfungen an Menschen ist der harmonisierte Standard EN ISO 14155. Neben etlichen wichtigen Definitionen ist darin beispielsweise auch die erwartete Struktur des klinischen Prüfplans festgelegt, welches das Rahmenwerk für die klinische Prüfung bildet.

Gemeinsam mit Begleitdokumenten muss dieser klinsische Prüfplan in weiterer Folge extern begutachtet werden. In Abhängigkeit der Medizinprodukte-Klassifizierung, des Zulassungsstatus und der Art der Anwendung (langfristig, invasiv) gibt es hierbei beachtliche Unterschiede hinsichtlich der Einreichmodalitäten unter Miteinbeziehung der Ethikkommission und Behörde. Die Studiendurchführung selbst stellt spezielle Herausforderungen an das Prüfteam vor Ort. Bei der Initiierungsvisite bereitet der Projektmanager und/oder Monitor das Projekt mit Hilfs- und Unterstützungsmaterialien so auf, dass auch unter Alltagsbedingungen eine protokollkonforme Abwicklung und fehlerfreie Dokumentation möglich ist.

Regelmäßiges unabhängiges Monitoring im Sinne von Begleiten und Unterstützen, sowie Überwachen der gesetzlichen Anforderungen ist ein unverzichtbares Element der Qualitätssicherung und –kontrolle im Laufe der konkreten Studiendurchführung.

Die erhobenen klinischen Daten werden vom Prüfteam in elektronische Datenaufzeichnungsbögen (eCRFs) eingetragen, die spezielle Anforderungen erfüllen müssen. Dabei ist es wichtig, dass diese Systeme validiert, aber auch einfach und intuitiv zu bedienen sind.

Monitore helfen auch bei den gesetzlich vorgegebenen Meldeverpflichtungen von Unerwünschten Ereignissen (AEs) und Schwerwiegenden Unerwünschten Ereignissen (SAEs), die innerhalb eines Zeitfensters (24 Stunden im Fall von SAEs) gemeldet werden müssen. Zeitersparnis und Komfort ist dann gegeben, wenn diese Meldeverpflichtungen auch in die eCRFs direkt eingetragen werden können.

Nach dem Abschluss der klinischen Prüfung und der statistischen Auswertung fließen die erhobenen klinischen Daten nun typischerweise über das Risikomanagement in den Bericht der klinischen Bewertung ein und stellen eine relevante und belastbare Datenquelle dar.

Medizinprodukte und der geforderte hohe Qualitätsstandard gehen als untrennbare Einheit Hand in Hand. Die Partnerunternehmen RnB Consulting und Mag. Andreas Raffeiner GmbH sind erfahrene Spezialisten bei der Projektabwicklung und im Datenmanagement.

Maßgeschneiderte und kompetente Lösungen sind dabei ein Gebot der Stunde. Wir unterstützen Sie bei Ihren Projekten.

Verarbeitung von Gesundheitsdaten im Kontext der DSGVO

Im nachfolgenden Artikel möchten wir Ihnen die Grundlagen der Verarbeitung von Gesundheitsdaten im Kontext der DSGVO vermitteln. Die neue DSGVO deckt zahlreiche Themen im Bereich IT Security, Organisation und Recht ab, wobei alle Teile einen wesentlichen Aspekt eines nachhaltigen Datenschutz-Managementsystem darstellen – lesen Sie unseren initialen DSGVO-Blog unter: EU-DSGVO – Neuerung im Bereich Datenschutz

Was muss bei der Verarbeitung von medizinische Daten laut DSGVO beachtet werden?

Medizinische Daten bzw. Gesundheitsdaten gehören laut DSGVO zur besonderen Kategorie personenbezogener Daten. Diese Kategorie beinhaltet folgende Daten:

  • rassische und ethnische Herkunft
  • politische Meinungen
  • religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen
  • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • genetischen Daten
  • biometrischen Daten zur eindeutigen Identifizierung
  • Gesundheitsdaten (z.B. auch Sozialversicherungsnummer)
  • Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung

Diese Kategorien dürfen laut DSGVO grundsätzlich nicht verarbeitet werden. Es gibt jedoch Ausnahmen, die eine Verarbeitung rechtfertigen. Die folgenden Rechtmäßigkeiten stellen eine Ausnahme für dieses Verbot dar.

Die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung dokumentieren (siehe Artikel 9)

Alle Verarbeitungsvorgänge müssen in einem Verzeichnis dokumentiert werden. Bei medizinischen Daten müssen dabei eine der folgenden Rechtmäßigkeiten mitdokumentiert werden:

Einwilligung - Die betroffene Person hat in die Verarbeitung der genannten personenbezogenen Daten für einen oder mehrere festgelegte Zwecke ausdrücklich eingewilligt.

Gesetzliche Grundlage - Die Verarbeitung ist erforderlich, damit Rechte ausgeübt und Pflichten nachgekommen werden kann, die aus Arbeitsrecht, Recht der sozialen Sicherheit und Sozialschutz hervorgehen.

Lebenswichtiges Interesse - Die Verarbeitung ist zum Schutz lebenswichtiger Interessen einer natürlichen Person erforderlich und die betroffene Person ist aus körperlichen oder rechtlichen Gründen außerstande, ihre Einwilligung zu geben.

Rechtsansprüche - Die Verarbeitung ist zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen oder bei Handlungen der Gerichte im Rahmen ihrer justiziellen Tätigkeit erforderlich.

Öffentliches Interesse - Die Verarbeitung ist aus Gründen eines erheblichen öffentlichen Interesses erforderlich, wie zum Beispiel Schutz vor Gesundheitsgefahren oder zur Gewährleistung hoher Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei der Gesundheitsversorgung, bei Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Gesundheitsvorsorge/Arbeitsmedizin - Die Verarbeitung ist beispielsweise für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschäftigten, für die medizinische Diagnostik, die Versorgung oder Behandlung im Gesundheits- oder Sozialbereich. Die Personen welche diese Verarbeitung durchführen müssen dem Berufsgeheimnis oder zumindest einer Geheimhaltungspflicht unterliegen.

Archivzwecke – Die Verarbeitung ist im öffentlichen Interesse für Archivzwecke der wissenschaftlichen oder historischen Forschung oder für statistische Zwecke erforderlich.

Hervorzuheben ist, dass vor allem bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten besonderer Kategorie die Rechtmäßigkeit nachweislich sichergestellt und dokumentiert werden muss. Eine Verarbeitung dieser Daten, sollte grundsätzlich nur gemacht werden, wenn dies unbedingt notwendig ist und es keinen anderen Weg zum Ziel der Verarbeitung gibt (z.B. Identifikation der Person über die Sozialversicherungsnummer).

Technische und organisatorische Maßnahmen planen und umsetzen

Für die Verarbeitung der medizinischen Daten sind wirksame Maßnahmen zum Schutz der Rechte und Freiheiten der Betroffenen zu treffen. Im Sinne der Informations- bzw. Datensicherheit sollten immer die Schutzziele Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität gewahrt bleiben. Dabei sollte man sich jeweils die folgenden Fragen stellen:

  • Verfügbarkeit: Wie wird sichergestellt, dass der Zugriff auf die Daten verfügbar bleibt?
  • Vertraulichkeit: Wie wird sichergestellt, dass der Zugriff auf die Daten nur durch berechtigte Personen erfolgt?
  • Integrität: Wie wird sichergestellt, dass Daten nicht (mutwillig) verändert wurden?

Beispiele für solch technische und organisatorische Maßnahmen sind ein sicheres Back-Up Konzept basierend auf den Geschäftsanforderungen, Zutrittssicherung und die Verwendung sicherer Passwörter.

Dieser Blog-Artikel wurde in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner VACE ENGINEERING GMBH verfasst. Kontaktieren Sie uns - office@rnb-consulting.at – oder direkt einen unserer VACE-Kooperationspartner – team - falls sich zu diesem Thema weiterführende Fragen ergeben.

Erfolgreiche In-house-Produktion – Krankenhaus St. Josef Braunau

RnB Consulting sorgt für die Einhaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen

Das Krankenhaus St. Josef Braunau hat es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht, das Wohl aller Patienten und Patientinnen als oberste Priorität anzusehen. Dies wurde vor allem durch das in jüngster Vergangenheit abgewickelte Zertifizierungsprojekt bewiesen.

Durch die Eigenentwicklung des sogenannten „Braunauer Gebärsteins 2017“ wurde das KH St. Josef Braunau selbst zum Medizinprodukte-Hersteller. Als Konsequenz daraus, war – und ist - dieses dazu verpflichtet, den dokumentierten Nachweis der Einhaltung des regulatorischen Rahmenwerkes der Medizintechnik zu erbringen.

Wir als RnB Consulting durften in diesem Zusammenhang unsere Expertise einbringen und die technische Dokumentation aufbauen. Zum Medizinprodukt: Der „Braunauer Gebärstein 2017“ – in Folge Gebärstein genannt - entspricht einer Kombination aus Geburtenwanne und Gebärhocker. Der Gebärstein wurde von den Hebammen und Ärzten des Krankenhauses St. Josef Braunau entwickelt. Man hat so ein Hilfsmittel geschaffen, worauf die Gebärende sich möglichst wohlfühlt und so entspannt - unter Berieselung mit warmen Wasser - entbinden kann.

Zur Zertifizierung: Der Gebärstein fällt in die Kategorie „Allgemeines Medizinprodukt“, wodurch die RL 93/42/EWG umgesetzt werden muss. Die wesentlichen Meilensteine des Aufbaues der gesamten technischen Dokumentation waren:

  • Risikomanagement (EN 14971)
  • Gebrauchstauglichkeit (IEC 62366-1)
  • Klinische Bewertung (MEDDEV 2.7/1 rev. 4)
  • Stabilitätsprüfungen (EN 60601-1)

Um Sicherheit und Wirksamkeit des Gebärsteins nachzuweisen, wurden alle Ergebnisse der oben angeführten Themengebiete überprüft und negative „Findings“ sofort als Maßnahme zur Verbesserung des Produktdesigns und der Produktfunktion umgesetzt. Das Krankenhaus St. Josef Braunau hat mit der Entwicklung des Gebärsteins und dem Aufbau einer lückenlosen technischen Dokumentation – und der nun laufenden Aktualisierung dieser – für Gebärende ein Angebot geschaffen, welches sicherlich gerne in Anspruch genommen werden wird.

Wir als RnB Consulting bedanken uns beim gesamten beteiligten Team des Krankenhauses St. Josef Braunau für die tolle Zusammenarbeit!

Unser besonderer Dank der Firma en.co.tec. Durch die enge Kooperation können spannende Projekte - wie dieses - realisiert und so Medizinprodukte-Herstellern ein zufriedenstellender Support angeboten werden. (https://www.encotec.at/unternehmen/…) Sie sind selbst Medizinprodukte-Hersteller, wollen ein Produkt zulassen, Ihre bestehende technische Dokumentation aktualisieren oder haben Sie generelle Fragen zu Umsetzungshinweisen der MDR? Kontaktieren Sie uns! office@rnb-consulting.at // www.rnb-consulting.at

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1) Verordnung für Medizinprodukte 2017/745 (MDR)
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3) Verordnung für Medizinprodukte 2017/745 (MDR), XV Kapitel I Abschnitt 2.8, Kapitel III Abschnitt 7
4) EN ISO 14155:2011, Anhang D
5) vgl MEDDEV Guidance Document 2.7.1/rev4, Kapitel 8
6) vgl MEDDEV Guidance Document 2.7.1/rev4, Kapitel 9.3.1(b)
7) vgl Verordnung für Medizinprodukte 2017/745 (MDR), Artikel 77
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